Freitag, 17. August 2012
Müller & Müller....... (amüsante Verwechslungsgeschichte)
Wie fast überall im Leben, muss man ganz schön strampeln, um als Networker aus Milch Sahne zu schlagen und somit einen Fuss auf den Tellerrand zu bekommen, um einmal darüber hinausschauen zu können.
Oft ist es so, dass man sich mit dem Produkt, das man überaus überzeugt anpreist, sich identifiziert, zunächst einmal die Garage voll stellt, um die Erfolgsquote nach oben zu treiben. In der Regel sind es Reinigungs-, Nahrungsergänzungsmittel oder aber auch Tausendsassa-Geräte, deren Vertrieb ein Leben in Wohlstand versprechen. Wer viel verkauft, bekommt viel, denn nur wo gehobelt wird, fallen Späne.
Manchen von Euch werden diese Motivationsausdrücke sicherlich bekannt sein.
Viele verlieren nach anfänglichen Misserfolgen den Mut und geben d a s Geschäft wieder auf. Dann heisst es von der motivierenden Spitzenelite: Nur die Harten kommen in den Garten.....
Erfolg kann jedoch auch tatsächlich erfolgen, wenn man - na sagen wir mal - einen gewissen naiven und unwiderstehlichen Charme hat, so wie Wolfgang Müller (alle Namen geändert).
Wolfgang wollte sich mit dem Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln ein zweites Standbein aufbauen, damit er und seine Frau das Haus, an dem sie bauten, schneller fertig stellen und bezahlen konnten. Voller Eifer und mit Feuer im Blut, begab er sich an seine Aufgabe. Es gelang ihm tatsächlich, sich innerhalb einer kurzen Weile enorm nach oben zu arbeiten. Seine Verkaufszahlen sprachen sich für ihn aus. Von vielen bewundert, leistete er sich zunächst ein zweites Fahrzeug, weil er häufig zu Meetings und sogar überregionalen Verkaufsgesprächen ausrücken musste und er seiner Frau nicht die Beweglichkeit nehmen wollte. Wolfgang legte von Monat zu Monat noch eine Schaufel zu und mauserte sich bald zu einem Verkaufsgenie. So kam es, dass er von der Firma zu einem Riesenevent für Verkaufsstars nach Atlanta in die USA eingeladen wurde, um hier seine Ehrung für die Verdienste um das Unternehmen entgegen zu nehmen.
Wolfgang machte sich also mit dem ihm zugesandten Ticket auf den Weg zum Flughafen nach Frankfurt. Beinahe wäre er zu spät gekommen, weil er mal wieder nicht rechtzeitig genug zu Hause losgefahren war. Er liess es of zu lässig angehen. Das hatte soeben noch hingehauen. Er stolperte hocherhitzt mit seiner Reisetasche in den Flieger. Hier traf er bereits auf einige, ebenfalls Topverkäufer, die genau wie er in die Staaten eingeladen worden waren, um dort genauso eine tolle Trainingswoche nebst Preisverleihung zu verleben. Vom Ansehen her kannte er einige Gesichter bereits, aus Meetings.
In Atlanta angekommen, wurde die Gruppe von einem Shuttle-Bus am Flughafen abgeholt und zum Hotel gebracht. Während sich alle an der Rezeption um die reservierten Zimmer bemühten, begab sich Wolfgang erst mal zu den Toiletten. Der Drang - die Aufregung, der lange Flug .... Ihr wisst schon.
Na ja, einchecken konnte er schliesslich immer noch. Also schaute er sich zunächst einmal in dem Hotel um. Einige seiner Reisebegleiter hatten mittlerweile bereits ihr Quartier bezogen und schienen sichtlich zufrieden. Es fehlte an keinem Comfort. Nun wollte auch Wolfgang seinen Schlüssel an der Rezeption abholen.
Da man davon ausgegangen war, die gesamte Reisegruppe abgehandelt zu haben, fragte man ihn am Empfang gesondert nach seinem Namen. Er antwortete lieb und brav "Müller", und so wurde er als Einziger der Gruppe, von einem Pagen auf seine Suite begleitet, welcher sogar noch seine Reisetasche trug, und ....die Hand aufhielt.
Es fehlten nur noch einige Gäste für dieses Riesenevent, und zwar die Macher und Top-Verkäufer aus aller Welt, die mit anderen Fluglinien angereist kamen.
Nachdem auch sie alle eingetroffen waren, eingecheckt hatten und sich dann am Abend zu den übrigen Mitgliedern gesellten, um sich bekannt zu machen, stellte sich heraus, dass der Star-Verkäufer Nr. 1 und zugleich Leiter der Veranstaltung, zufällig auch "Müller" hiess.
Einige von den Teilnehmern, die mitbekommen hatten, dass Wolfgangs Reisetasche von einem Pagen befördert worden war, und die gleichzeitig noch einen Blick in Wolfgangs "Suite" werfen konnten, hatten nun angenommen, dass er der "Müller Nr. 1" war und scharten sich um ihn, um über Verkaufsstrategien und Produkte im Vorfeld einiges mehr zu erfahren, bis - tja, bis dann der echte "Müller Nr. 1" die Bühne betrat und sich bei allen Anwesenden vorstellte. Wolfgang hatte sich schon gewundert, warum alle gerade an ihm solches Interesse zeigten, schliesslich sah er nicht aussergewöhnlich anders aus, als die anderen.
Das sollte sich nun langsam aufklären, als der wahre "Müller Nr. 1" seine spassige Begrüssung hinter sich gebracht hatte und mitteilte, dass es offensichtlich noch einen "Müller" gäbe, der ihm wohl seine von ihm reservierte Suite bewohnt habe und der sich ja wohl sicherlich über so viel Comfort gewundert und gefreut haben müsse.
Wolfgang lief rot an. Aller Augen schauten auf ihn. Es war ihm sichtlich peinlich, als er nun aufgrund des Vorkommnisses nun auch noch auf die Bühne gebeten wurde. Ihm standen die Schweissperlen auf der Stirn als er begann, eine Entschuldigung in das ihm gereichte Mikrofon zu stammel. Er fügte allerdings schelmisch hinzu, dass ihm das Ambiente sehr gut gefallen würde, er aber denn doch bereit wäre, mit der wahren Nr. 1 die Räumlichkeit zu tauschen, falls dieser Wert darauf lege.
"Müller Nr. 1" nahm die Angelegenheit sehr gelassen und versicherte Wolfgang, dass dies genau der Weg und die Strategie sei, die man verfolgen solle, um seinen Weg erfolgreich in diesem Geschäft zu gehen, jede Gelegenheit wahr zu nehmen, die einem geboten wird, um einen Vorteil für sich selbst zu erwirtschaften. Immerhin hätte er es ja bereits bis nach Atlanta geschafft und das sei schon beeindruckend. Aus diesem Grund dürfe er die Suite während des gesamten Aufenthaltes bewohnen und müsse nicht umziehen.
Das war also geklärt. Wolfgang und Müller Nr. 1 ernteten viel Beifall und Gelächter. Das versprach, eine tolle und lockere Woche zu werden. Wolfgang fühlte sich saumässig wohl und genoss die erlebnisreiche Zeit in dem überaus stilvollen Hotel.
Für Wolfgang ist sie bis heute noch die schönste Verwechslung seines Lebens.......
© Christiane Rühmann
Sonntag, 5. August 2012
Der Besuch
Hab selten so herzlich gelacht,
wie vorhin, als ich an Hubert gedacht.
Ich sah ihn vor mir, auf dem Traktor,
bemerkte dann, als ich ihm folgte,
dass er zur Seite fahren wollte,
um Platz zu schaffen für mein Auto.
Doch Hubert hat sich wohl verschätzt,
fühlte sich durch mich gehetzt
und schoss zur Seite, wie ein Pfeil,
mit dem PS-starken Teil.
Der Blick zurück über die Schulter,
wurde ihm zum Verhängnis.
Er kam mächtig in Bedrängnis,
lenkte sein Gefährt in den Gänseteich
und wurde dabei leichenbleich.
Bis zum Sitz war er abgesunken,
hatt´ noch ein wenig Teich getrunken,
als er sein Gefährt verliess,
sich dabei noch die Rübe stiess,
um das Ufer zu erlangen.
Er wollte mich für den Schaden belangen,
den er sich selbst hat beigebracht.
Er gab sich seinen Flüchen hin
und meinte unter lautem Motzen,
es sei doch alles nur zum kotzen.
Ich bot ihm meine Hilfe an
und seilte nach ´ner Weile dann,
das abgesoffene Objekt,
das übelst in dem Tümpel steckt,
an meinen Abschlepphaken an.
Nun, aus dem Wasserloch gezogen,
glätteten sich die Zornes-Wogen
und Hubert machte sich bekannt,
was ich mächtig lustig fand,
weil ich ihn doch bereits schon kannte,
denn schliesslich waren wir Verwandte.
Er war ein Motzer – aber ein netter,
mein leicht verpeilter alter Vetter,
den ich nur mal besuchen wollte.
Wenn auch nicht auf diese Weise,
...aber trotzdem lache ich noch leise.
Und die Moral von der Geschicht:
Verliert Euch aus den Augen nicht.
Jedenfalls nicht für lange Jahre.
Sonst ist es wie bei mir und Hubert,
auch wenn es den Spaß war wert.
Dass alles so gekommen war,
findet Hubert heute wunderbar.
© Christiane Rühmann
Freitag, 3. August 2012
(Un)geliebtes Nass
Sanft fallen die Tropfen.
Ich schaue zu, bin fasziniert,
bedenkt man, dass ohne deren Klopfen,
die Welt ihr Leben verliert.
Wir schmollen, wenn es uns zu nass,
verlassen kaum das Haus.
Doch verstehen, dass ganz ohne Nass,
unsere Erde steht vor dem AUS.
Wir begreifen und haben registriert,
dass unsere Welt nur dadurch lebt,
sie ihr Dasein gänzlich verliert,
wenn man diesen Segen behebt.
Viel zu leisten ist der Mensch im Stande,
doch Segen entspringt des Universums Natur.
Drum erfreue ich mich hierzulande
des Regens – geniesse den Segen pur!
© Christiane Rühmann
Mittwoch, 25. Juli 2012
Ich kenne Dich nicht
Ich kenne Dich nicht,
und doch bist Du mir vertraut.
Deine Handlungen, Dein Gesicht,
Deine Reden, Deine Gesten,
als seiest Du ein Teil von mir.
und doch bist Du mir vertraut.
Deine Handlungen, Dein Gesicht,
Deine Reden, Deine Gesten,
als seiest Du ein Teil von mir.
Kann es sein, dass wir
uns begegnet sind,
irgendwann, in früherer Zeit?
Kann es sein, dass sich unsere Seelen trafen,
als wir noch unbedarft und unwissend waren?
Wie hast Du mich erkannt?
irgendwann, in früherer Zeit?
Kann es sein, dass sich unsere Seelen trafen,
als wir noch unbedarft und unwissend waren?
Wie hast Du mich erkannt?
Eine Antwort darauf,
werden wir nicht erfahren.
Wir nehmen an, teilen, und lassen uns treiben.
Müssig ist, die Begebenheit nicht zu geniessen,
ohne jeglichen gegenseitigen Anspruch.
Wir nehmen an, teilen, und lassen uns treiben.
Müssig ist, die Begebenheit nicht zu geniessen,
ohne jeglichen gegenseitigen Anspruch.
Neben Liebe gibt es
weitere Schlüsselworte:
Vertrauen, Gönnen, Toleranz.
Gebündelt ist jede Beziehung unschlagbar.
Vertrauen, Gönnen, Toleranz.
Gebündelt ist jede Beziehung unschlagbar.
© Christiane Rühmann
Sonntag, 22. Juli 2012
Ehe
Wenn überhaupt, von Gedankenzellen angeregt,
ein Mann sich in die Bresche legt,
und dann nur für eine weibliche Figur.
Doch woher kommt dieses Leiden nur,
dem er erlegen ist?
Er mit sich selbst nicht zufrieden ist,
weil sein Bauch zu rundlich,
deshalb die Seele zu verwundlich,
und sein Haarwuchs nicht sehr prächtig,
er seiner Sinne nicht mehr mächtig?
Erreicht ihn jetzt die Midlife-Krisis,
die ihn vergessen liess,
dass auch er nicht mehr so toll?
Hat er seine Nase voll
vom Lauf des allgemeinen Daseins?
Gedächtnis hat er jetzt mehr keins?
Ich finde es beachtenswert,
wenn sich keiner um sein Leiden schert,
und ihn sich selbst überlässt dem Leiden.
Hier sich Spreu und Weizen scheiden.
'In guten, wie in schlechten Tagen',
wagte er einstmals auszusagen,
'wollen wir treu uns sein im Leben.
Es wird nie eine Andere geben,
der ich jemals hörig bin'
.
Was macht ein Ehe also für einen Sinn,
wenn der Bauch wird fetter und fetter,
sein Verhalten immer netter
gegenüber jüngeren Figuren,
die ihn einmal bringen auf Touren?
Will er denn nur einmal huren?
Geheuchelt also jedes Wort?
Frau nimmt es hin, erleidet es schweigend,
denkt dabei schon an Mord,
schwer in ihrer Seele leidend,
erkennt sie doch, dass dies Verhalten,
gehört zu Männern, die schnell altern.
Gemeinsam mit des Lebens Tanz,
erhöht sie ihre Toleranz.
Sie wird – manch Eine wäre neidig,
ganz locker und bleibt geschmeidig.
Das Leben gab ihr Zuversicht,
dass ihr ‚Ja-Wort‘ nicht einfach bricht.
Drum hat sie sich vorgenommen,
dem Alternden entgegen zu kommen
und stylt sich richtig mächtig auf.
Diese Ehe nimmt nicht ihren Lauf
und durch das neue Out und Fit,
der Mann fast einen Schock erlitt,
als offenherzig seine Frau, die Alte,
liess sich füllen jede Falte.
Erstaunlich, wie des Mannes Trieb,
ihn wieder in ihre Arme trieb.
Doch es war nicht nur die Faltenspritze,
sondern letztendlich ihrer Liebe Hitze.
Sie waren gegangen durch Dick und Dünn.
Das schmeisst man nicht so einfach hin.
Man(n) springt auch mal über seinen Schatten,
hat Nachsicht mit dem alten Gatten…..
© Christiane Rühmann
Samstag, 21. Juli 2012
Schoppen
Puuh, war das heute wieder ein Tag. Anne hat Geburtstag und ich habe ihr versprochen, beim Catering zu helfen. Ich freue mich jedesmal, dass meine Salate so gut ankommen.
Der Grundplan stand. Es sollte gegrillt werden, schliesslich hatten wir endlich ein regenfreies Wochenende zu erwarten. Zum Grillen gehören halt einfach Salate. Also dann, los zum einkaufen.
Als Erstes habe ich ein wenig geLIDLt. Schliesslich hatte ich die Angebote im Radio gehört und wollte davon profitieren. Nachdem ich hier jedoch nicht alles kaufen konnte, was sonst noch so auf meinem Einkaufszettel stand, beschloss ich AL(l)DI anderen Sachen beim nächsten Discounter zu erwerben. Mann, war das voll hier! Das ist ja schrecklich. Für zwei Artikel sollte ich 10 Minuten an der Kasse stehen? Näh, nichts wie raus hier und zum nächsten Schuppen.
Da ich auf jeden PENNY achten musste, war ich natürlich auch darauf erpicht, sparsam einzukaufen. Ich schlenderte hier durch die Gänge und stellte entsetzt fest, dass es in der Gefriertruhe nicht die Dill-Kräuterpakete gab, die ich für meinen Gurkensalat benötigte
.
Was blieb mir also anderes übrig, als weiterzuziehen. Wegen so einem geringen KAUF PARKen, wo die Parkdecks immer so überfüllt sind? Das musste ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Was blieb mir denn sonst auch noch anderes übrig? Ich überprüfte meine Einkaufsliste.
Ach ja, ich könnte, um NETTO, also unter dem Strich doch noch gut wegzukommen, mal versuchen, ob ich da die offenen Posten meines Zettels abdecken konnte. Oh, ich war überrascht. Hier gab es interessante Angebote. Das konnte ich noch gebrauchen, und Jenes auch.
Ich hatte meinen Einkaufskorb schon wieder halb gefüllt, konnte jedoch keinen Dill finden. Mal ehrlich: Gurkensalat ohne Dill geht ja gar nicht!
‚SPAR Dir also Dein weiteres Suchen und versuche es mal im Einzelhandel‘, dachte ich und machte mich erneut auf den Weg. Diesmal hatte ich Glück. Von der Kassiererin an der Kasse musste ich mich jedoch blöd anblaffen lassen: „Na, Grosseinkauf gemacht?“
Als wenn ein TK-Paket Dill nichts kosten würde! Was bildete sie sich ein? Anständig, wie ich aber nun mal bin, wünschte ich ihr höflich ein schönes Wochenende und verliess den Laden.
‚Da war doch noch was….‘, dachte ich, und überprüfte erneut meine Liste. Mensch, das Wichtigste hätte ich ja fast vergessen! Das Geschenk für Anne. Ich wollte ihr doch für einige TAKKOs einen Gutschein kaufen. Den kann man immer gebrauchen. Genau, da KIcK ick mol in.
O.k., das sollte aber das Letzte sein, was ich an diesem wuscheligen Samstag Vormittag erledigen wollte. Der Blick auf meine Liste gab mir Recht.
Allerdings war mein Auto da anderer Meinung. Ich hatte ja TOTAL vergessen zu tanken. So fuhr ich zum Schluss noch runter von der Piste und befüllte meine alte Kiste.
© Christiane Rühmann
Der Grundplan stand. Es sollte gegrillt werden, schliesslich hatten wir endlich ein regenfreies Wochenende zu erwarten. Zum Grillen gehören halt einfach Salate. Also dann, los zum einkaufen.
Als Erstes habe ich ein wenig geLIDLt. Schliesslich hatte ich die Angebote im Radio gehört und wollte davon profitieren. Nachdem ich hier jedoch nicht alles kaufen konnte, was sonst noch so auf meinem Einkaufszettel stand, beschloss ich AL(l)DI anderen Sachen beim nächsten Discounter zu erwerben. Mann, war das voll hier! Das ist ja schrecklich. Für zwei Artikel sollte ich 10 Minuten an der Kasse stehen? Näh, nichts wie raus hier und zum nächsten Schuppen.
Da ich auf jeden PENNY achten musste, war ich natürlich auch darauf erpicht, sparsam einzukaufen. Ich schlenderte hier durch die Gänge und stellte entsetzt fest, dass es in der Gefriertruhe nicht die Dill-Kräuterpakete gab, die ich für meinen Gurkensalat benötigte
.
Was blieb mir also anderes übrig, als weiterzuziehen. Wegen so einem geringen KAUF PARKen, wo die Parkdecks immer so überfüllt sind? Das musste ich mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Was blieb mir denn sonst auch noch anderes übrig? Ich überprüfte meine Einkaufsliste.
Ach ja, ich könnte, um NETTO, also unter dem Strich doch noch gut wegzukommen, mal versuchen, ob ich da die offenen Posten meines Zettels abdecken konnte. Oh, ich war überrascht. Hier gab es interessante Angebote. Das konnte ich noch gebrauchen, und Jenes auch.
Ich hatte meinen Einkaufskorb schon wieder halb gefüllt, konnte jedoch keinen Dill finden. Mal ehrlich: Gurkensalat ohne Dill geht ja gar nicht!
‚SPAR Dir also Dein weiteres Suchen und versuche es mal im Einzelhandel‘, dachte ich und machte mich erneut auf den Weg. Diesmal hatte ich Glück. Von der Kassiererin an der Kasse musste ich mich jedoch blöd anblaffen lassen: „Na, Grosseinkauf gemacht?“
Als wenn ein TK-Paket Dill nichts kosten würde! Was bildete sie sich ein? Anständig, wie ich aber nun mal bin, wünschte ich ihr höflich ein schönes Wochenende und verliess den Laden.
‚Da war doch noch was….‘, dachte ich, und überprüfte erneut meine Liste. Mensch, das Wichtigste hätte ich ja fast vergessen! Das Geschenk für Anne. Ich wollte ihr doch für einige TAKKOs einen Gutschein kaufen. Den kann man immer gebrauchen. Genau, da KIcK ick mol in.
O.k., das sollte aber das Letzte sein, was ich an diesem wuscheligen Samstag Vormittag erledigen wollte. Der Blick auf meine Liste gab mir Recht.
Allerdings war mein Auto da anderer Meinung. Ich hatte ja TOTAL vergessen zu tanken. So fuhr ich zum Schluss noch runter von der Piste und befüllte meine alte Kiste.
© Christiane Rühmann
Montag, 9. Juli 2012
Eigenarten
„Peeeetäär, kannst Du mal
bitte sofort kommen?“
„Was ist denn schon
wieder, und wo bist Du?“
„Ich bin im Bad, beeil
Dich!“
Katja war etwas leicht
angesäuert, weil Peter die dumme Angewohnheit besass, die Zahncremetube immer von
oben her auszudrücken. Ständig musste sie von unten beginnen, den Inhalt der
Tube nach oben hin, zum Ausgang, hochzuschieben. Dabei wurden dann auch
entsprechende Streifen, die man extra eingebaut hatte, durcheinander gebracht.
Dadurch gab es nur noch, statt rot/weiss, grün/weiss oder blau/weiss, irgendein
Durcheinander, was ihr persönlich zu unappetitlich erschien. Auch glaubte sie,
dass die Zahncreme dadurch nicht mehr die gewünschte Wirkung hervorbringen
würde.
„Was ist denn“, wollte
Peter wissen.
„Mensch, kannst Du nicht
mal endlich die Zahncreme von unten nach oben ausdrücken? Das geht mir so auf
den Keks! Jeden Morgen und Abend muss ich die Tube richten. Weisst Du
überhaupt, wie die Streifen in die Tube gelangen und wozu sie dienen? Das habe
ich mal in der Sendung mit der Maus gesehen. „
„Ja klar weiss ich das.
Aber dass Du Dich so darüber aufregen kannst?! Ist doch egal, in welcher
Konstellation die Masse aus der Tube kommt, sie erfüllt auf jeden Fall ihren
Zweck.“
Peter grinste und
kicherte in sich hinein, weil sich Katja so über sein Verhalten aufregte.
„Aber, wo wir gerade mal
dabei sind“, meinte er:
„Mich regt total auf, dass Du Deine
Schmutzwäsche immer auf den Boden wirfst, statt sie in den Wäschebehälter im
Badezimmer zu werfen. Das regt mich auf! Und, dass Du immer alles auf Links
ausziehst!“
„Wieso, ich muss sie doch
sowieso waschen und sortieren. Lass das mal meine Sorge sein!“
Katja konnte seine
Empörung absolut nicht verstehen. Schliesslich war das Wäsche waschen ihre
Aufgabe, während Peter lediglich seine eigene Wäsche bügeln musste, und sie die
ihre. Wo war also das Problem? Warum regte er sich darüber so auf?
„Und wozu, bitteschön,
haben wir dann einen Wäschepuff?“
Peter spürte mittlerweile
seine Halsschlagader pochen. Wozu denn die ganzen Anschaffungen, wenn sie doch
nicht sinngemäss benutzt wurden?
„Lass mich doch in Ruhe
und sieh zu, dass Du künftig Deine Zahncreme vernünftig ausdrückst!“
Auch Katja verspürte
einen gewissen Zorn in sich hochsteigen. Sie hatte sich sogar so sehr ereifert,
dass sie auf dem Badewannenrand Platz nehmen musste, um nicht zu entgleisen und
erstmal wieder ‚runter zu kommen‘.
Das gab Peter dann doch
zu denken.
„Schatz, geht es Dir
nicht gut?“
Peter geriet nun doch
leicht in Sorge, als er Katja so aufgewühlt auf dem Wannenrand sitzen sah.
„Danke, geht schon
wieder. Sag mal, können wir uns nicht arrangieren? Können wir nicht ganz
einfach das akzeptieren, was der Eine an dem Anderen auszusetzen hat? Wir sind
doch beide erwachsen und können miteinander reden. Also ich verspreche Dir,
meine Wäsche künftig in den Wäschekorb abzulegen. Sortieren muss ich die
Kleider eh. Und Du – könntest Du nicht versuchen…….“
„Ja, Schatz, versprochen,
ich werde meine Zahncreme künftig von unten her ausdrücken und auf meine
Zahnbürste aufbringen.“
Er nahm sie zärtlich in
den Arm und kredenzte ihr einen zärtlichen Kuss auf ihre, vor Eifer doch recht
feucht gewordene, Stirn.
Liebevoll schmiegte sich
Katja an die ‚Liebe ihres Lebens‘, ihren Peter.
Ihre gemeinsame Zukunft
gestaltete sich von diesem Zeitpunkt an, wesentlich harmonischer.
Ich könnte neidisch
werden auf die beiden, wenn – ja wenn es da Jemanden geben würde, der sich mit
mir über meine Eigenarten zanken würde.
Wer weiss, wozu es alles
ist, wie es ist……
© Christiane Rühmann
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